οἷον δὲ τρέφει ἔρνος ἀνὴρ ἐριθηλὲς ἐλαίης
χώρῳ ἐν οἰοπόλῳ, ὃ ἅλις ἀναβέβροχεν ὕδωρ,
καλὸν τηλεθάον, τὸ δέ τε πνοιαὶ δονέουσι
παντοίων ἀνέμων καί τε βρύει ἄνθει λευκῷ∙

(Ilias XVII, 53-56)

Wie ein Mann einen kräftigen Schößling des Ölbaums heranzieht
An einem einsamen Platz, der genügend Wasser heraufbringt,
Schön wächst der, und von allen Seiten wehend bewegen
Winde ihn, auch wenn er dann strotzt vor weißgrauen Blüten;

(Übersetzung: Prof. Dr. M. Franz)

Man möchte meinen, diese Beschreibung des Ölbaums bei Homer sei auf Stavri in der Gegend von Megalochori auf Lesbos gemünzt, wo die Olivenhaine sich bis auf eine Höhe von 465 m über dem nur fünf Kilometer entfernten Meer (Melinda) hinauf erstrecken.
Und warum nicht?
Der Dichter der Ilias muss die Insel Lesbos gut gekannt haben, denn er hat viele der Beutezüge seines Helden Achilles auf die wegen ihres kulturellen Reichtums berühmte Insel ausgreifen lassen. Die Helden Homers gebrauchen das begehrte Öl der Olive allerdings hauptsächlich zur Körperpflege, während die Göttin Aphrodite es, mit Rosenessenz versetzt, zu kosmetischen Zwecken nutzt.